„In der Südstadt bin ich daheim“

... das sagte oft Sr. M. Justa. Jetzt starb sie im Alter von 99 Jahren.

'"In der Südstadt bin ich daheim", das konnte sie schmunzelnd sagen‘, so wurde es im Nachruf auf Sr. M. Justa beim Requiem in Gengenbach am 30. Mai berichtet. Sie verstarb im Alter von 99 Jahren und im 68. Jahr ihrer Profess in der Nacht auf Samstag, 26. Mai 2018, im Haus Bethanien in Gengenbach.

In der Südstadt war sie bekannt; war sie doch fast 40 Jahre(!) in unserer Mitte und hat viele Generationen von Kindern im Kindergarten betreut. Im März 1963 kam sie als Kindergartenleiterin ins „alte“ Canisiushaus und musste dort unter erschwerten Bedingungen leben und arbeiten. Da das Canisiushaus im Krieg größtenteils zerstört und das Dach der Schwesternwohnung nicht mehr ganz dicht war, musste sie mit ihren Mitschwestern immer wieder bei starkem Regen den Schirm in der Wohnung aufspannen. Aber im Januar 1966 konnte Sr. Justa mit dem Kindergarten endlich ins „neue“ Canisiushaus umziehen. Bis August 1988 – 25 Jahre – war sie Leiterin des Kindergartens. Zusammen mit Sr. Augustina und der Oberin Sr. Alkantara wohnte sie bis April 1978 auch im Canisiushaus. Krankheitsbedingt musste Sr. Alkantara Karlsruhe verlassen, so dass Sr. Justa ins Bernhardushaus zog, wo sie noch bis Mai 2002 lebte. Sr. Justa meisterte ihre Aufgabe als Leiterin trotz vielfältiger Anforderungen - wie mangelndem Personal und der Aufgabe, viele ausländische Kinder zu integrieren - dank ihrer engagierten, geradlinigen und humorvollen Art. Immer wieder beeindruckte sie mit verschmitztem Lächeln und hintergründigen Sprüchen. Sr. Justa arbeitete viel mit Eltern, die an Fastnacht und anderen Anlässen zum Feiern ins Cani eingeladen wurden. Erntedank und Weihnachten waren Anlässe, mit den Kindern zu feiern und wunderbare Programmpunkte mit ihnen vorzubereiten und aufzuführen.

Nach der Auflösung der Schwesternhäuser der Franziskanerinnen vom göttlichen Herzen Jesu in der Südstadt verbrachte sie ihren Lebensabend im Haus Bethanien in Gengenbach. Am 10. Oktober 2015 durfte Sr. M. Justa dort ihr 65-jähriges Professjubiläum feiern. Ihre letzten Jahre waren geprägt von schwerer Krankheit. Neben fehlender Erinnerungen führten schmerzende Durchblutungsstörungen dazu, dass ihr vor fast einem Jahr ein Fuß abgenommen werden musste.