Auf dem Weg zur Gemeindereferentin

Silke Nofer-Steigert war zwei Ausbildungsjahre in der Seelsorgeeinheit Allerheiligen als Gemeindeassistentin tätig. In ihren jetzigen Beruf ist sie quer eingestiegen. Zum 1. September wird sie ihre erste eigene Stelle in der Seelsorgeeinheit Biet im Enzkreis antreten.

Seit circa 10 Jahren besteht in der Erzdiözese Freiburg die Möglichkeit einer praxisbegleitenden Ausbildung zur Gemeindereferentin/zum Gemeindereferenten. Praxisbegleitend darum, weil die Ausbildung Theorie und Praxis von Anfang an verzahnt und auf den zeitlichen Aufwand einer Halbtagsstelle ausgelegt ist. So wird zum Beispiel Frauen wie mir der Zugang zu diesem Beruf ermöglicht, die nach Erziehungszeiten und ehrenamtlichen Erfahrungen die Berufung verspüren, hauptberuflich in Kirche und Gemeinde zu wirken. Voraussetzungen sind neben ehrenamtlichen Erfahrungen eine abgeschlossene Berufsausbildung und –tätigkeit, der Theologische Kurs und der Pastoralkurs der Erzdiözese oder vergleichbare Abschlüsse.


Im ersten Jahr habe ich religionspädagogische Grundlagen erworben und erste Erfahrungen als Religionslehrerin in der Schillerschule in Ettlingen gesammelt. Seit meinem zweiten Ausbildungsjahr bin ich in der Kirchengemeinde Karlsruhe Allerheiligen an der Seite meines Mentors, Gemeindereferent Volker Schwab, hauptsächlich in den Gemeinden St. Konrad und Heilig Kreuz und an der Rennbuckelschule tätig - nach Abschluss der praxisbegleitenden Ausbildung im vergangenen Sommer nun als Gemeindeassistentin in Vollzeit.


Neben dem Beerdigungsdienst, in dem ich bereits vorher in meiner Heimatgemeinde ehrenamtlich engagiert war, liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Erstkommunionvorbereitung. Gerade haben wir die intensive Zeit der Vorbereitung mit vielen positiven Erfahrungen und Rückmeldungen abgeschlossen. Neben der intensiven Arbeit mit den Kindern gibt das Erstkommunionkonzept von Allerheiligen auch den Eltern Gelegenheit, sich gemeinsam mit ihren Kindern auf das große Fest vorzubereiten und dem eigenen Glauben wieder intensiver auf die Spur zu kommen.

Um einen typischen Tag meiner Tätigkeit in Allerheiligen zu beschreiben, bietet sich der Donnerstag, 9. Mai, als gutes Beispiel an:
Um 07.45 Uhr hatte ich Unterricht in der dritten Klasse. Ausgehend von dem Teil der Emmausgeschichte, in dem den Jüngern das Herz brannte, weil ihnen Jesus darlegte, was „ausgehend von Mose und allen Propheten in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht“ (Lk 24, 27), haben wir alttestamentliche Schriftstellen mit dem Leben Jesu in Verbindung gebracht.


Nach dem Unterricht standen inhaltliche und organisatorische Vorbereitungen für den Klausurtag mit dem Gemeindeteam an, das vom 10. bis 11. Mai im Kloster Bühl tagte und sich für seine Arbeit in St. Konrad und Heilig Kreuz neu inspirieren ließ.
Um 14.00 Uhr hatte ich eine Beerdigung, anschließend traf sich die Fachgruppe Erstkommunion, um über die Erfahrungen und Rückmeldungen bei der diesjährigen Erstkommunion zu reflektieren.


Es macht mir große Freude, in der vielseitigen Seelsorgeeinheit in Allerheiligen mitzuarbeiten. Ich lerne viel und fühle mich super begleitet und unterstützt. Trotzdem freue ich mich, wenn ich im Sommer meine Ausbildung erfolgreich beendet habe und im September meine erste eigene Stelle antreten kann. Ab 1. September werde ich als Gemeindeassistentin in der Seelsorgeeinheit Biet im Enzkreis in die Berufseinführungsphase starten.

Silke Nofer-Steigert