Kinder- und Familienzentren

Familienzentren oder Kinder- und Familienzentren bieten für Kinder und Eltern Angebote einer leicht zugänglichen Unterstützung und Förderung. Der Begriff Familienzentrum bezieht sich auf Kindertagesstätten, die Knotenpunkte in einem Netzwerk bilden, das Kinder individuell fördert, sowie Familien umfassend berät und unterstützt. Ziel ist die Zusammenführung von Bildung, Erziehung und Betreuung als Aufgabe der Kindertageseinrichtungen mit einem niederschwelligen Zugang zu Angeboten der Beratung und Hilfe für Familien. Kinder- und Familienzentren sind Bildungs- und Erfahrungsorte, die an nachbarschaftliche Lebenszusammenhänge anknüpfen, Selbsthilfepotentiale von Eltern aktivieren und soziale Netzwerke unterstützen und fördern. Das Bildungs- und Beratungsangebot sollte sich jeweils an den konkreten Bedürfnissen vor Ort orientieren. Das bedeutet, dass Familienzentren sehr unterschiedliche Angebote für spezifische Zielgruppen entwickeln und sich dem stetigen Wandel stellen.

Weiterentwicklung der Kitas zu Kinder- und Familienzentren

 „Mit unseren Kindertagestätten leisten wir einen Dienst in und  an der Gesellschaft. 100 Kinder aus über 20 Nationen besuchen unsere 13 Kindertagestätten. Wir erreichen mit dieser Dienstleistung Menschen, die in, am Rande und außerhalb der Kirchen stehen. (…)

In Familienzentren sehen wir eine Weiterentwicklung des Dienstleistungs- und Unterstützungsangebot für Familien. Hierbei stehen die Bedürfnisse und die Einbindung von Familien aus dem entsprechenden Sozialraum im Vordergrund. „

Diese Einleitung kann in der Pastoralkonzeption der Seelsorgeeinheit Allerheiligen nachgelesen werden. Da wir deutlich, dass der Kindergartenbereich eine wichtige Rolle in der Pastoral und in der Gesellschaft spielt. Ebenso wird klar, dass dieser Bereich sich stetig weiterentwickeln muss. 

Auf der einen Seite nimmt die frühkindliche Pädagogik das Kind selbst immer genauer in den Fokus um eine optimale und individuelle Förderung zu ermöglichen. Auf der anderen Seite wird immer deutlicher, dass das Kind sich immer innerhalb eines sozialen und familiären Umfelds entwickelt. Um diesen fundamentalen Aspekt besser  zu berücksichtigen findet die Weiterentwicklung der Kindertagesstätten  zu Familienzentren statt. 

Pastorale und Gesellschaftliche Grundlagen

In den Familienzentren wird der zentrale Auftrag des Evangeliums, den Dienst an den Nächsten, in familiengerechter Weise umgesetzt und gelebt.

 „ In seiner Arbeit verwirklicht das Familienzentrum die vier Grunddienste der Kirche:

  • Das Familienzentrum schafft einen Ort der Begegnung und Gemeinschaft. (Koinonia/Gemeinschat)
  • Durch die Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder, sowie der Vernetzung, Begegnung, Bildung und Beratung der Eltern und anderer Bezugspersonen leistet das Familienzentrum familienergänzende, -bereichernde und –unterstützende Hilfen. (Diakonia/Nächstenliebe)
  • Das Familienzentrum lässt die Kinder, deren Eltern und andere Bezugspersonen sowie weitere Familien die befreiende Botschaft Jesu erleben und erfahren. (Martyria/Verkündigung)
  • Das Familienzentrum dient auch als Ort für gottesdienstliche Feiern und Feste. (Leiturgia/Liturgie)“ aus: Leitbild katholischer Familienzentren in der Erzdiözese Freiburg

Die soziale Lage der Familien bestimmt nicht nur die Zukunftschancen der Kinder, sie ist auch für die Zukunft einer Gesellschaft ein wichtiger Faktor, wenn es um Verbesserung von Lebenschancen, soziale Strukturen, den Umgang zwischen den Generationen und um Wettbewerbsfähigkeit geht. Aus dem Familienbericht sowie den Armuts- und Reichtumsbericht der Bunderegierung werden wichtige Erkenntnisse und Aufträge entnommen.

Jedes Kind braucht gute Bildungschancen. Da wo Eltern nicht in der Lage sind ihr Kind so gut zu unterstützen sind institutionelle Angebote notwendig. Der Ausbau von Kindertagesstätten zu Familienzentren hat sich als erfolgreicher Ansatz zur Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern und Eltern bewährt.  

 

Leistungen und Ziele

In keinem anderen europäischen Land bestimmt die soziale Lage der Familie, in die Kinder hineingeboren werden, das Aufwachsen und Zukunftschancen dieser Kinder so entscheidend, wie in Deutschland. Das Netzwerk Familie ändert sich, immer mehr Familien sind auf unterstützende Systeme angewiesen. Armut bestimmt nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart vieler Kinder. In dieser Situation sind die Familienzentren mit ihren Leistungen  in den Bereichen Betreuung, Bildung, Beratung, Begegnung und Begleitung eine wirksame Hilfe.  Dabei verfolgen sie die Ziele,  

  • die Lebensqualität der Familien zu verbessern,
  • die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken,
  • die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten und
  • Chancengerechtigkeit zu schaffen.

 

Chancen

Erfahrungen aus anderen Bundesländern, aber auch in anderen Ländern, haben gezeigt, dass Familienzentren auf alle Beteiligten und auf die soziale Systeme im Umfeld der Einrichtungen positive Auswirkungen haben. So profitieren nicht nur die Eltern und Kinder von den unterstützenden Angeboten und Netzwerke, sondern auch die Fachkräfte und die Einrichtung, sowie die Pfarrgemeinde und die Kooperationspartner.

 

Der Ist-Stand in der SE Allerheiligen

Es ist wichtig zu erwähnen, dass alle unserer Einrichtungen das soziale Umfeld und die familiären Bedürfnisse in den Blick nehmen und so den Ansatz der Familienzentren aufgreifen. Für eine umfassende Umsetzung sind natürlich auch räumliche, personelle und finanzielle Anforderungen notwendig. Für die Seelsorgeeinheit Allerheiligen sind drei Standorte für die Weiterentwicklung zum Kinder- und Familienzentrum im Pfarrgemeinderat benannt wurden. In der Südstadt der Canisius Kindergarten in Kooperation mit der Gemeinde Unsere Liebe Frau und dem Canisiushausverein und dessen Räumlichkeiten. Der Betrieb des Familienzentrums ist im April gestartet. In Mühlburg ist gerade der Endspurt vom Neubau vom Kinder- und Familienzentrum. Der Kindergarten St. Peter und Paul wird mit dem Gemeindezentrum verbunden. Dort wird sich auch das Büro für die Leitung der Familienzentren Frau Eva Rüdiger befinden. Bereits heute findet hier die sehr gut angenommene Sozialsprechstunde statt. Die Einweihung des Familienzentrums wird im Rahmen des Pfarrfestes am 1. Juli stattfinden. Der volle Betrieb wird zum neuen Schuljahr starten. In Knielingen Heilig Kreuz wird zuerst der Kindergarten neugebaut. Die räumliche Umsetzung zum Familienzentrum kann in diesen ersten Schritt noch nicht erfolgen. Die Optionen dazu bleiben weiter offen.

Die Leitung der Familienzentren liegt in der Hand von Frau Eva Rüdiger. Sie wird eng mit den Erzieher und Erzieherinnen Vorort, den Gemeindeteams und den Pfarreien sowie den Akteuren im sozialen Umfeld arbeiten um bestehende Netzwerke zu verstärken und bedarfsorientieret Angebot zu entwickeln.