Herz Jesu

Die Gemeinde Herz Jesu bringt ihr kirchliches Leben in die nördliche Weststadt, die Nordstadt und in Neureut/Heide ein. Es ist geprägt von einer engagierten Mitverantwortung durch ehrenamtliche Laien.

Ein wenig versteckt zwischen der Oberfinanzdirektion in der Moltkestraße und dem Waldring ist Kirche Herz Jesudie eher unscheinbare Herz-Jesu-Kirche zu finden. Aber ein bemerkenswertes Gebäude ist sie allemal, denn in ihrer Baugeschichte zeigt sich, wie man aus einer Schwimmhalle(!)  durchaus ein ansprechendes Gotteshaus machen kann. Der halbrunde ehemalige Duschraum schien wie geschaffen für eine Neugestaltung zu Apsis und Chorraum. Zunächst als „Filiale“ von St. Bonifatius in Betrieb, bekam die Herz-Jesu-Kirche 1949 mit der Errichtung der Pfarrkuratie den Status einer Pfarrkirche. Nach mehreren Umbaumaßnahmen zeigt sich die Herz-Jesu-Kirche seit 1954 in ihrer jetzigen Gestalt und ist auch optisch sofort als Kirchengebäude identifizierbar. Das große Chorfenster auf der Nordseite, entworfen von Ludwig Barth, und das eindrucksvolle Relief „Johannesminne“, das Emil Sutor geschaffen hat, prägen die Atmosphäre des Kirchenraumes entscheidend mit.

Hier in Herz Jesu ist bzw. war alles eine Nummer kleiner und familiärer. Die Geschichte der Pfarrgemeinde wurde wesentlich von zwei Priesterpersönlichkeiten geprägt, von Herrmann Fautz und Konrad Hauser. Das Pfarrhaus neben der Herz-Jesu-Kirche war Dreh- und Angelpunkt für alles, was im Leben der Pfarrei von Bedeutung war. Beide Priester haben Menschen um sich geschart, die sich mit großem persönlichen Engagement und Verantwortungsbewusstsein  in die verschiedenen Gruppen und Kreise eingebracht haben. Das selbstbewusste Mitwirken von Laien in der Seelsorge war schon früh ein herausragendes Merkmal für Herz Jesu. Das ist bis auf den heutigen Tag so geblieben. Allerdings ist die Pfarrgemeinde heute durch den neuen Stadtteil, die ehemalige Wohnsiedlung der amerikanischen Streitkräfte, auf die doppelte Größe angewachsen. Das ab 1996 gemeinsam mit der Nordgemeinde an der Christuskirche aufgebaute ökumenische Gemeindezentrum Maria Magdalena in der Nordstadt, die ehemalige „Amerikanerkirche“, wurde inzwischen  wieder aufgegeben und an die serbisch-orthodoxe Gemeinde verkauft.

Dennoch spielt Ökumene in der Pfarrgemeinde nach wie vor eine sehr bedeutende Rolle.  Das weltkirchliche Bewusstsein wird wach gehalten durch eine  intensiv gepflegte Partnerschaft mit zwei Gemeinden in Peru. Besuchsdienst, Frauengemeinschaft, der aus einem Familiennetzwerk hervorgegangene „Älterntreff“ – die älter gewordenen Eltern! – und die Ministranten sorgen für ein reges Gemeindeleben. Noch bevor es den Namen dafür gab, gab es in Herz Jesu schon ein „Gemeindeteam“, das sich den Erhalt dieser Lebendigkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Die neben der Kirche angesiedelte Kindertagesstätte gehört ganz selbstverständlich als integriertes Element dazu.