St. Bonifatius

Die Pfarrgemeinde St. Bonifatius setzt ihre Akzente in der Weststadt. Mit der Bonifatiuskirche verfügt sie über ein sehr sehens- und hörens(!)wertes Kirchengebäude.

Kirche BoniAuf dem Weg Richtung Stadtmitte ist sie in der Sophienstraße weithin sichtbar. Mitten in der Weststadt ragt sie aus den Häuserfluchten mit ihrem wuchtigen Turm heraus: die Bonifatiuskirche. Vor wenigen Jahren hatte sie einen runden Geburtstag, über 100 Jahre steht sie nun schon als katholische Trutzburg an der Ecke Sophienstraße/Schillerstraße. Die Pfarrkuratie St. Bonifatius ist allerdings schon 10 Jahre älter, 1903 wurde St. Bonifatius zur eigenständigen Kirchengemeinde erhoben.

Die Bonifatius-Kirche wurde in den Jahren 1906 bis 1908 nach Plänen von Johannes Schroth erbaut, für die Hälfte dessen, was der Bau von St. Bernhard damals gekostet hatte. Bürger der Weststadt hatten sich dafür stark gemacht, dass auch in ihrem Stadtteil ein repräsentativer Sakralbau für das kirchliche Leben zu Verfügung steht. Die romanische Basilika war das Vorbild, der Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes ist gut erkennbar. Die Hauptfassade wird durch den hoch aufragenden Mittelturm zum Fingerzeig gen Himmel, auf dem Kirchplatz macht die Säulenstatue des Hl. Bonifatius auf den heiligen Ort aufmerksam.

Viele beindruckende Steinmetzarbeiten laden im Innenraum und der Außenfassade zum Verweilen und Betrachten ein. Sie erzählen biblische Episoden oder bedienen sich der Sprache der Symbole, um Menschen zum Nachdenken herauszufordern. Die ursprünglich gar nicht vorgesehene Ausmalung der Deckengewölbe ziehen eine Linie, in der die Geschichte Gottes mit den Menschen nachvollziehbar wird. Szenen und Themen aus dem Alten und Neuen Testament zeigen, dass diese Kirche auch ein Ort biblischer Verkündigung ist. Eine umfassende Außenrenovierung der Bonifatiuskirche geht derzeit ihrem ersehnten Ende entgegen.

Natürlich lebt dieser Kirchenraum auch vom Klang der Voit/Hess-Orgel, was man bei Gottesdiensten und Konzerten eindrucksvoll miterleben kann. St. Bonifatius kann es in dieser Hinsicht mit manchem Kathedralbau aufnehmen. Sie ist wie geschaffen für anspruchsvolle Kirchenmusik und gehört sicher zu den Perlen der Karlsruher Kirchen (wie man auch an der Vielzahl von Hochzeiten erkennen kann, die in ihr stattfinden).

Die Pfarrgemeinde St. Bonifatius ist zurückhaltender im öffentlichen Auftreten, eher bewahrend als experimentierfreudig und trotzdem aufgeschlossen für alles, was Menschen zur Begegnung mit Gott und den Mitmenschen führt. Ein Beispiel ist das vom Gemeindeteam seit Jahren monatlich am Sonntagmorgen angebotene Gemeindefrühstück, das in den gemeinsamen Besuch des Sonntagsgottesdienstes mündet. Auf eine sehr lange Tradition blickt die Pfarrbücherei zurück, in der alle Generationen Lesefutter finden. Großes ehrenamtliches Engagement kann man im Chor der Seelsorgeeinheit finden, im caritativen Bereich – wo vor allem die florierende Nachbarschaftshilfe herausragt – und in der Liturgie. Hier sind vor allem die in großer Anzahl mitwirkenden Ministranten und - zu besonderen Anlässen - die Schola mit der Pflege des gregorianischen Chorals aktiv.

Für ein sportliches, geselliges und kulturelles Angebot steht die Frauengemeinschaft und das Altenwerk ein. Mit der Markusgemeinde wird schon seit Jahrzehnten ein gutes ökumenisches Miteinander lebendig erhalten.