Ich packe meinen Koffer

und nehme mit...!

Genau das hat die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Karlsruhe vor Kurzem getan: ihren Koffer gepackt. Zumindest im Hinblick auf ihre Hochschulgottesdienste, die zukünftig nicht mehr in St. Bernhard, sondern in St. Stephan stattfinden werden.
Zum Semesterende im Juli haben sich die Studierenden rund um die KHG Karlsruhe und die weiteren Mitfeiernden des festlichen Gottesdienstes nicht nur vom vergangenen Sommersemester verabschiedet, sondern auch von ihrem bisherigen Gottesdienstort, St. Bernhard in der Oststadt.
Seit über 30 Jahren feierte die KHG hier ihre Hochschulgottesdienste, zuletzt mit ihrem Hochschulpfarrer Marius Fletschinger, der künftig als Leitender Pfarrer in der Kirchengemeinde Heidelberg tätig sein wird. Für ihn wird ab dem Wintersemester Pfarrer Erhard Bechtold die Studierenden der KHG als Priester begleiten und Gottesdienste mit ihnen feiern. Im Zuge der Veränderungen, die der aktuelle Kirchenentwicklungsprozess mit sich bringt, wird die KHG ab Januar 2026 dann auch offiziell zur Kirchengemeinde Karlsruhe gehören.
 
Warum nun aber das Kofferpacken?
Ein neuer Hochschulseelsorger und die Zugehörigkeit zur künftigen Kirchengemeinde Karlsruhe waren nicht die ausschlaggebenden oder einzigen Gründe, aus St. Bernhard „auszuziehen“. Vielmehr war dies das Ergebnis aus mehreren Gemeindeversammlungen der KHG, Treffen zur zukünftigen Gestaltung des KHG-Programms und Gesprächen mit den Studierenden, bei denen wiederholt der Wunsch nach einer größeren Gottesdienstgemeinde, einem einladenden und „sammelnden“ Kirchenraum und einem zentral gelegenen Kirchort geäußert wurden. Da einige Studierende dies u.a. in St. Stephan so erlebt hatten, reifte der Plan, dort anzufragen und in die weitere Planung zu gehen. Und als die Ideen, Vorbereitungen und Wünsche immer mehr Gestalt annahmen und auch tatsächlich in St. Stephan umsetzbar erschienen, hieß es dann letztendlich:
Koffer packen!
 
Was muss in den Koffer?
Beim letzten Gottesdienst in St. Bernhard stand dann auch der Koffer der KHG im Mittelpunkt und er füllte sich schnell mit allerlei „Greifbarem“, vielmehr jedoch mit symbolischen Gegenständen, Gedanken, Werten, Gefühlen und Erinnerungen.
Über die Jahre ist eine für viele Studierende wichtige und verlässliche Gemeinschaft gewachsen, die in vielen Bereichen des Lebens trägt und hilfreich ist und die immer wieder -gerade in der Liturgie- mit Gott und bei Gott gefeiert werden durfte. Freundschaften sind entstanden und wurden vertieft.
Die Verbundenheit untereinander als Christinnen und Christen (neu) in Karlsruhe zu leben wurde als sehr bereichernd erlebt und hat auch über die konfessionellen und kulturellen Grenzen hinaus zu neuen Bekanntschaften geführt.
Viele Studierende sind zum ersten Mal in einen Hochschulgottesdienst gekommen, weil sie einfach eine Kommilitonin, ein Kommilitone eingeladen und mitgenommen hat. Dort war für viele ein Raum ohne Stress, ohne Zwang und Druck, den viele in ihrem Studienalltag vermehrt wahrnehmen. Ein Gefühl von Heimat, von Gott begleitet und geliebt zu sein und ein bedingungsloses Angenommensein wurden in vielen, vielen Gottesdiensten miteinander gefeiert und in Gesang und Gebet ausgedrückt.
 
Der Gottesdienst bietet Raum für verschiedenste Menschen
Immer wieder war der Gottesdienst am Sonntagabend ein Lern- und Lebensort für suchende, fragende und kritische, für dankbare und bittende junge Menschen. Im Austausch über den eigenen Glauben, über Zweifel und Gewissheiten, über Gottesbilder und das Verständnis der eben gehörten Schriftstellen war Gottes Geist für viele Studierende greifbar nah. Manche brachten sich aktiv in den Gottesdienst ein: bei der Vorbereitung, beim Mesnerdienst, in der Band, als Ministrantinnen und Ministranten und beim Lektoren- und Kommunionhelferdienst. Aber man durfte auch „nur“ mitfeiern.
Dabei war auch oft die Musik ein entscheidender Faktor der Beheimatung, der Identifikation und des „Wohlfühlens“ in den Hochschulgottesdiensten. Allem voran das Orgelspiel von Ralph Hammer, dem langjährigen und überaus engagierten Organisten und Chorleiter des KHG-Chors, aber immer wieder auch die Band mit ihren neuen geistlichen Liedern und den mitreißenden Lobpreisliedern.
All das hatte die Hochschulgottesdienste, die jeden Sonntagabend in der Semesterzeit in St. Bernhard oder vereinzelt auch im Garten des Karl-Rahner-Hauses gefeiert wurden, ausgemacht und ausgezeichnet und all das wurde dann in den Koffer gepackt: Liedzettel, Fürbittkerzchen, ein Gotteslob, internationale Fähnchen, ein Sektglas, das Semesterprogramm, ein Freundschaftsband und ein Edelstein.
 
Semestereröffnungsgottesdienst in St. Stephan
Und wenn jetzt nicht bei jedem Gegenstand klar wurde, weshalb und wofür dieser im Koffer gelandet ist, dann gibt es am 26. Oktober die Möglichkeit, dies in Erfahrung zu bringen. Beim Semestereröffnungsgottesdienst und gleichzeitig ersten Hochschulgottesdienst der KHG in St. Stephan wird der Koffer wieder ausgepackt. Beim festlichen Gottesdienst wollen die Studierenden mitbringen und einbringen, was ihnen in ihren Gottesdiensten wichtig war und ist.

Regelmäßiger Gottesdiensttermin der Hochschulgemeinde
Die Hochschulgottesdienste, die von der KHG vorbereitet und gestaltet werden, finden immer am ersten Sonntag im Monat um 19.00 Uhr statt. Aber auch bei den weiteren Sonntagabendgottesdiensten wird die KHG mitfeiern und dabei sein, wird nach den Gottesdiensten auch zum Treffen und Kennenlernen einladen und gerne in den Austausch mit den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern kommen.