Chorabschied 2025
02.12.2025 |
Ende des Kirchenchores Unserer Lieben Frau Karlsruhe-Süd
Mit Ende diesen Jahres geht die 134- jährige Geschichte des Kirchenchores in Unserer Lieben Frau, Karlsruhe Südstadt, zu Ende.
Schon bevor die Kirche am 8.12.1891 ihre Benediktion feierte, hatte sich der Kirchenchor gegründet und sang aus diesem Anlass eine vierstimmige Messe.
Bis 1908 war Adolf Gönner Chorleiter und Organist, der bis zu seinem Tod im Jahr 1934 immer noch an der Orgel aushalf. Von Gönner gibt es noch heute Noten, nach denen in den letzten Jahren auch gelegentlich gesungen wurde, z. B. „Jesus Dir leb ich“. Damals hatte der Chor etwa 100 aktive Mitglieder.
Nach dem ersten Weltkrieg musste der Chor mehrere verstorbene Mitglieder beklagen, beteiligte sich oder veranstaltete dann bald wieder z.B. viele bunte Abende, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Theaterstücke usw.
Im Jahr 1922 wurde der langjährige Dirigent Emil König verabschiedet und das Amt an den Seminarlehrer Franz Maßler übergeben, dieser verließ Karlsruhe im Mai 1944. Während des zweiten Weltkrieges sank die Mitgliederzahl auf 60 Aktive.
Das Ehepaar Allgeyer übernahm 1945 die Chorarbeit in der Notkirche, der „Walhalla“. Am 24. Dezember 1949 konnte der Chor endlich wieder in der Pfarrkirche zur Christmette singen. Dem damaligen Pfarrer Hodapp galt der Pfarrcäcilienverein als „der erste Verein in der Gemeinde“.
Über viele folgende Jahre sang der Chor oft in den Hochämtern an Sonn- und Feiertagen, z. B. 1953 und 1954 je 53- bzw. 51-mal. Die Mitgliederzahl schwankte in den 50er Jahren etwa zwischen 70 und 90 Sängerinnen und Sängern. Nachdem sich Pfarrer Hodapp 1965 verabschiedet hatte, folgte ihm Pfarrer Wichert, der auch gleich das neue Canisiushaus einweihen durfte. Auch daran beteiligte sich der Chor, genau wie es schon viele Jahre Tradition war, dass er bei den Sommerfesten mit bekannten Volksliedern auftrat.
Unter der Leitung des Ehepaares Allgeyer hat der Chor bis zu deren Verabschiedung am Ostersonntag 1976 etwa 1500-mal gesungen, 2000 Proben abgehalten und 17 neue Messen einstudiert.
Dem Paar Allgeyer folgten als Dirigenten Franz Laupheimer, dann für leider nur drei Jahre Thomas Seybold. Die aktive Mitgliederzahl war in der Zwischenzeit auf etwa 30 geschrumpft. Dem ab 1983 neuen Pfarrer, Alfons Bechtold, war der Chor ein besonderes Anliegen. Trotzdem kamen auf die Chorgemeinschaft turbulente Zeiten zu, teils ohne Vorstand und mit schnell wechselnden Dirigenten.
Für das 100-jährige Jubiläum 1991 studierte der neue Leiter Peter Zimmermann die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert ein und beim Gemeindejubiläum sang der Chor eine lateinische Messe.
1993 wurde der Chor unter dem damaligen Vorstand Siegfried Beierle mit der Palestrina-Medaille ausgezeichnet.
Beim Chorjubiläum des evangelischen Kirchenchores wurde unser Chor gebeten mitzuwirken, ebenso traten beide Chöre viele Jahre gemeinsam beim Adventssingen auf. 1995 hatte Mario Guigas den Chor übernommen, auch unter ihm wurden einige Messen eingeübt. Nach einigen Querelen stellte Guigas 2003 sein Amt zur Verfügung. Nachfolger war für nur wenige Monate Peter Shannon, auf diesen folgte ab Mai 2004 Frau Keri Schwartz bis Sommer 2008. Mit ihr kam auch neuer Schwung in die Gemeinschaft, mehrere Benefizkonzerte wurden z.B. gegeben. Trotzdem verringerte sich die Aktivenzahl immer mehr. Seit dieser Zeit war der Chor auf einen festen Stamm von Gastsänger/innen angewiesen.
Unter den neuen Vorsitzenden Marianne Fuhlrott und Manuela Ehrmann hat der Chor ab 2008 mit dem neuen Chorleiter, dem Musikpädagogen Michael Schmalstieg, eine hohe Qualität erreicht. Der Chor gestaltete die Gottesdienste bei kirchlichen Hochfesten sowie anderen Jubiläumsfeierlichkeiten. Des Weiteren war er beteiligt z.B. bei der Weihnachtsfeier im Canisiushaus, den Gottesdiensten im APZ St. Anna, dem Sommerfest oder Faschingsveranstaltungen.
Im Herbst 2025 sah mit dem Wegzug unseres Dirigenten, Michael Schmalstieg, der den Chor 17 Jahre hervorragend leitete, die Chorgemeinschaft unter ihrer Vorsitzenden Nicolette Wolf keine Möglichkeit mehr, den Chor weiter aufrecht zu erhalten. Damit beendet der älteste Verein der Pfarrgemeinde sein Wirken. Die Sängerinnen und Sänger verabschieden sich von der Gemeinde und danken für die langjährige freundliche Begleitung.
Ottmar Huber
